Ev. Kirchengemeinde Sellin
Um 1900: Noch versammelt sich die Kirchengemeide zu Waldgottesdiensten. Sellin ist Tochtergemeinde von Lancken (5 km entfernt) und wird von dort aus kirchlich betreut.
Doch längst entwickelt sich Sellin, zwischen dem Selliner See und dem offenen Meer am Rande der Granitz-Wälder gelegen, zum Badeort und gewinnt rasch an Bedeutung. So wird der Neubau einer Ev. Kirche in Sellin ins Auge gefasst. Die Fürstin und Herrin zu Putbus, Auguste Victoria, die das Patronatsrecht über Sellin ausübt, stellt das Grundstück für den Bau einer Ev. Kirche zur Verfügung.
20.8.1912 erfolgt die Grundsteinlegung
8.7. 1913 wird die Einweihung der Ev. Kirche gefeiert. Die Kirche erhält den Namen "Gnadenkirche".
Während des 1. Weltkrieges müssen zwei Glocken für Kriegszwecke abgeliefert werden.
20.7.1915 Einweihung der Grüneberg-Orgel.
1926 Einweihung von zwei neuen Glocken
2.Weltkrieg: Zwei Glocken müssen entfernt werden und es bleibt nur eine kleine Bronzeglocke.
1945/46 Viele Flüchtlinge werden auf dem Friedhof bestattet.
22.5.1950 Die Kirchengemeide Sellin wird von Lancken getrennt und selbständig. Die Kirchengemeide Baabe wird Tochtergemeinde zu Sellin.
9.10.1952 Gebetsgottesdienst für noch immer Gefangene des 2. Weltkrieges.
1953 "Aktion Rose" ,stalinistische Enteignungsaktion auch in Sellin.
1954 Staatlicher Druck zur Jugendweihe gegen die Konfirmation.
21.11.1958 Bischof Krummacher schreibt an die Regierung betreffs Einschränkung der Glaubens- und Gewissensfreiheit in der Schule Sellin.
24.4.1960 nach dem Festgottesdienst zur Konfirmation Dachstuhlbrand der Kirche. (Offizielle Erklärung: Schornsteinbrand). Dachstuhl und Glocken werden zerstört, der Kirchraum verwüstet.
1961 weitere Spannungen Schule - Kirche.
24.9.1962 kann das Richtfest gefeiert werden.
3.11.1963 Glockenweihe. Drei neue Glocken der Firma Schilling/Apolda werden eingeweiht.
1965 Instandsetzung der durch den Brand nur wenig beschädigten Orgel durch Firma Sauer/Frankf.O.
Nov. 1989-91 Eine Bürgerinitiative zur Offenlegung der Aktion Rose und
Umgestaltung des Ortes trifft sich im Pfarrhaus Sellin.
8.7.1994 Abnahme der Generalreparatur der Orgel
1995 installiert die Firma Schmidt/Berlin eine neue Läuteanlage für die drei Glocken.
1996 Verlegung der Gehwegplatten und Stufen des Zugangs mit Hilfe der Kommune Sellin.
1998 gehören zur Ev. Kirchengemeide Sellin ca. 500 Glieder. Einwohner des Ortes: 2800
Die Ev. Kirche in Sellin, westlich des Ortes am Waldrand gelegen ( die Kath.Kirche liegt gegenüber an der Ostseite) , ist ein achteckiger, in neobarocken Formen errichteter, harmonischer Zentralbau. Auf Rügen hat nur noch die kleine Kapelle in Vitt bei Arkona diese ungewöhnliche Form.
Die Kirche beeindruckt durch ihre Schlichtheit und Ruhe, die sie ausstrahlt.
Vor allem in der Badesaison steht sie allen Einheimischen und Gästen offen. Konzerte,Vorträge und Ausstellungen in bunter Vielfalt laden ein zur Besinnung und Betrachtung.
Ev. Gottesdienst: Sonntag 10:30 Uhr. Bitte die Aushänge in den Schaukästen beachten!
Kirche zu Baabe
Die Entwicklung des Ortes Baabe an der Ostküste Rügens zum Badeort begann in den 80iger Jahren des 19.Jahrhunderts. Um 1920 hatte Baabe bereits über 500 Einwohner und jährlich bis zu 4000 Badegäste.
Es war der Pfarrer von Middelhagen, zuständig für Baabe, der, zunächst vor allem für die Badegäste, mit Gottesdiensten unter freiem Himmel begann. Im Winter aber blieb den Einheimischen der beschwerliche Weg nach Middelhagen.
So wurde es immer dringlicher, eine eigene Kirche in Baabe zu errichten..
Der Beschluss dazu wurde gefasst und schließlich der Entwurf des Berliner Architekten Erhard Schmidt. ausgeführt.
Die Grundsteinlegung erfolgte am 11.7.1929, die Einweihung am 24.6.1930.
Bis 1950 blieb die Kirchengemeide Baabe ein Filialgemeinde von Middelhagen, und wurde dann der Kirchengemeide Sellin zugeordnet, wo sich auch das Pfarrhaus befindet.
Die kleine Baaber Kirche liegt ganz zentral in der Ortsmitte. Schon zu DDR-Zeiten stand sie allen Menschen, Einheimischen und Gästen, offen. Vor allem während der Badesaison können Ausstellungen besucht, sehr verschiedenartige Konzerte und Vorträge, Gottesdienste miterlebt werden.
Die Kirche beeindruckt durch ihre Schlichtheit, durch die Ruhe, die sie ausstrahlt.
Gewölbe und Fenster erinnern an die Form eines Bootes.
Gottesdienst: Sonntag 9:00 Uhr. Bitte die Aushänge in den Schaukästen beachten!
Kirche zu Lancken-Granitz
1249 erbaut, unter der Herrschaft des Fürstentums zu Putbus, ist sie die Mutterkirche von Sellin; von diesem ersten Kirchbau ist nichts erhalten.
Bei der heutigen Kirche wurde das Chorgewölbe und wenig später das Kirchenschiff um 1440 errichtet, der Turm kurz vor 1500 angefügt.
Von der Ausstattung sind überaus bemerkenswert:
die Kanzel von 1598, das Chorgestühl von I522 und freigelegte Reste mittelalterlicher Wandmalerei.
Das Kruzifix am nördlichen Pfeiler des Triumphbogens stammt aus dem I5. Jahrhundert,
der im westlichen Chorjoch aufgehängte Taufengel (Lindenholz) ist aus der 1. Hälfte des 18.Jahrhunderts. Die Orgel auf der Westempore aus der Mitte des 19. Jh. wurde von Grüneberg/Stettin 1909 umgebaut und nach 1918 erneuert.
Zur weiteren Ausstattung der Andreas-Kirche gehören ein vor 1639 entstandener silberner Kelch mit Vergoldung, eine Oblatendose um 1680 aus Silber, eine Taufschale von 1684 aus Messing, eine Taufkanne um 1800 aus blau-weißer Fayence.
Die Kirche ist in der Sommerzeit zur Besichtigung geöffnet.





